Social Media – nicht nur für die jüngeren
Social Media ist nicht nur etwas für die Jüngeren. Das zeigen die empirischen Befunde einer qualitativen Umfrage der Gemeinde Mellingen.
Wie wirkt die Gemeindekommunikation auf die Bevölkerung, wie findet sie den Newsletter und sähe sie die Gemeinde gerne auf Social Media? Dies sind nur einige der Fragen, welche Selen Gjukaj der Bevölkerung von Mellingen AG gestellt hat. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz im Jahr 2020 befasste sie sich mit dem Thema Gemeindekommunikation im digitalen Zeitalter.
Gjukaj machte dazu eine Vollerhebung und verschickte an 2700 Haushalte in Mellingen einen schriftlichen Fragebogen, der Rücklauf betrug 262 Fragebogen, was 4.7% entspricht. 77% der Befragten zeigten sich ganz oder mehrheitlich zufrieden mit den Informationen auf der Website der Gemeinde. Die visuelle und journalistische Aufbereitung der Medien gefällt der Mehrheit. Ebenfalls 77% der Befragten erachtet den Inhalt des Newsletters für interessant. Relevanz, Aufbereitung und Länge der Beiträge kommen bei der Mehrheit gut an.
1 – Social Media für alle
Es ist kein Zusammenhang zwischen Alter und Wichtigkeit einer Social Media-Präsenz der Gemeinde erkennbar.
2 – Technologischer Wandel
Der Einfluss des technologischen Wandels auf das Privatleben ist nicht stark genug, um den Wunsch nach einer Social Media-Präsenz zu erzeugen oder abzulehnen.
3 – Schalternutzung
Es ist kein Zusammenhang zwischen der Interessensstärke für den technologischen Wandel und der Nutzung des Online-Schalters von Mellingen nachweisbar.
Auf die Frage, ob sie sich einen Social Media-Auftritt der Gemeinde wünschen, waren sich die Befragten uneinig: Etwa gleich viele sprachen sich dafür wie dagegen auf. Allerdings gaben 60% der Befragten an, Social Media täglich oder mehrmals täglich zu nutzen. Dabei konnte die Studienautorin keine Korrelation zwischen dem Wunsch nach einem Social Media-Auftritt der Gemeinde und dem Alter der Befragten feststellen. Am ehesten sehen die Befragten für die Gemeinde Mellingen ein Profil auf Facebook und/oder Instagram.
Die Studienautorin empfiehlt der Gemeinde, einen Social Media-Auftritt zu evaluieren und die Chancen und Herausforderungen der digitalen Kommunikation abzuwägen. Dabei identifiziert sie folgende Punkte:
Herausforderungen
- Mangelndes Verständnis für Social Media, Kontrollverlust
- Gleichzeitige Überalterung der Gesellschaft und Fortschritt der Informationstechnologien
- Usability für alle Altersgruppen sicherstellen
- Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen müssen ständig erweitert werden
- Personen müssen Plattformen verwenden, damit eine Community entsteht
Chancen
- Bevölkerung wird aktiv ins Geschehen eingebunden
- Bevölkerung gelangt einfach an Informationen
- Ressourceneffiziente und umweltfreundlichere Kommunikation
- Kommunikation in Echtzeit in Notlagen
- Durch Storytelling neue Einwohner/innen ansprechen und bestehende binden
Möchten Sie mehr wissen zum Thema Social Media und Gemeinden
Dann lesen Sie auch 3 Social Media-Tipps für Gemeinden, Strategisch kommunizieren in 3 Schritten und Social Media stärkt das Vertrauen in die Behörden.
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