Junge Talente und Verwaltung: die Stolpersteine
Welches Image hat die Stadt Winterthur als Arbeitgeberin bei jungen Talenten – und was hält diese davon ab, sich auf eine solche Stelle zu bewerben? Eine Befragung liefert überraschende Antworten.
Wie kann sich eine Stadt oder Gemeinde bei jungen Talenten so positionieren, dass sie als Arbeitgeberin nicht nur attraktiv ist, sondern sich auch gegenüber privaten Arbeitgebenden durchsetzen kann? Das wollte die Stadt Winterthur wissen. Sie gab 2021 eine Befragung von 14- bis 30-jährigen jungen Talenten in der Region Winterthur in Auftrag. 428 Personen nahmen an der Online-Befragung teil, die aufschlussreiche Resultate lieferte.
Zunächst wurden die jungen Talente gefragt, welche Erwartungen sie an die Stadt Winterthur als Arbeitgeberin stellen. Die Top 6 der genannten Punkte waren:
- Eine faire Bezahlung
- Eine Arbeit, die Sinn macht
- Ein sicherer Arbeitsplatz
- Gute Einarbeitung von neuen Mitarbeitenden
- Kollegiales Betriebsklima
- Gute Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit
Danach wurden die Teilnehmenden gefragt, wie gut die Stadt Winterthur diese Ansprüche erfülle. Bei allen Punkten gaben die Befragten an, dass die Stadt die Punkte weniger gut erfülle, als sie dies erwarten. Besonders gross war die Diskrepanz bei den Punkten «faire Bezahlung», «gute Einarbeitung von neuen Mitarbeitenden» und «gute Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit».
Die Firma HR ConScience GmbH, welche die Studie durchführte, stellte Verbesserungspotenzial fest. Sie differenzierte die Resultate und hielt fest:
- Lohn: Eine faire Bezahlung scheint in den letzten Jahren auf Grund von Berichten über Boni-Exzesse und steigender Lohnungleichheit immer wichtiger zu werden für Arbeitnehmende.
- Einarbeitung: Gerade in Zeiten von Corona, in denen die Studie stattfand, sei ein vermehrtes Augenmerk auf das Thema «Onboarding» zu legen. Der persönliche Kontakt gewinne an Wichtigkeit.
- Vereinbarkeit: Die Stadt Winterthur hatte zum Zeitpunkt der Befragung bereits viel in die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit investiert. Die Studienleiterinnen empfehlen, bei diesem Thema «allenfalls noch mehr in die Kommunikation der bestehenden Angebote zu investieren», ganz nach dem Motto «tue Gutes und sprich darüber» - da die bestehenden Vorteile möglicherweise einfach noch zu wenig bekannt sind.
Dennoch gaben drei von vier Befragten an, dass sie sich bei der Stadt Winterthur bewerben würden. Als Gründe für eine Bewerbung gaben sie das gute Arbeitgeberimage an, positive Erfahrungen durch Schnuppern oder im Job und das vielfältige Jobangebot. Bei den Personen, die angaben, sich keine Bewerbung bei der Stadt Winterthur vorstellen zu können, rangierte als oberstes Argument, dass der Wunschjob nicht angeboten werde. Allerdings wurden die erwähnten Stellen sehr wohl angeboten – bloss waren dies den Befragten nicht bekannt.
Hier setzt Employer Branding an: Das Ziel dabei ist, den Arbeitgebenden gute Arbeitsbedingungen zu bieten und – sehr wichtig – dass diese Vorteile den Arbeitnehmenden auch bekannt sind. Dies ist bei der Stadt Winterthur noch nicht überall der Fall, so beispielsweise beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit. Auch die Vielfalt der angebotenen Berufe ist noch nicht hinreichend bei den relevanten Zielgruppen platziert. Gutes Employer Branding umfasst eine gezielte Gestaltung des Images, der Unternehmenskultur, der Arbeitsbedingungen, Karrieremöglichkeiten und anderen Aspekten des Betriebes, um eine positive Wahrnehmung als Arbeitgeber zu etablieren.
Gromann Partner verfügt über umfassende Expertise im Bereich Employer Branding und bietet Unterstützung für Städte und Gemeinden an. Wir helfen Ihnen dabei, eine starke Arbeitgebermarke aufzubauen und zu pflegen. Mit massgeschneiderten Lösungen und einer erfahrenen Beratung ermöglichen wir es Ihnen, talentierte Fachkräfte anzuziehen und langfristig zu binden. Wir freuen uns auf Sie!
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