Branding heisst, Wahrnehmungen zu formen.
Ashley FriedleinImmer mehr Schweizer Städte und Gemeinden beginnen sich mit ihrer Marke zu beschäftigen. Doch was resultiert am Ende aus diesem Prozess? Eine deutsche Studie liefert erstaunliche Ergebnisse, von denen auch Städte und Gemeinden in der Schweiz profitieren können.
Immer mehr Schweizer Gemeinden und Städte befassen sich mit dem Thema Markenbildung und -führung. Auch in Deutschland ist dies gerade sehr aktuell. Das zeigt eine Studie der deutschen Imakomm-Akademie in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Universität Münster. Die Autoren haben die Erfahrungen von rund 200 Städten und Gemeinden im Markenbildungsprozess analysiert und dabei interessante Erkenntnisse gewonnen, die auch für die Schweiz relevant sind.
So zeigte sich, dass sich zwar zwei von drei befragten Städten oder Gemeinden bereits mit dem Thema befassen, gleichzeitig aber auch Vorbehalte und Ängste im Raum stehen, die der Lancierung eines Markenbildungs-Prozesses entgegenstehen. So gaben 46% der Befragten an, den Nutzen eines solchen Prozesses nicht genau greifen zu können: Wie kann man den Wert einer Marke messen? Welche Indikatoren sind aufschlussreich, welche weniger? Wann und wie oft muss man messen? Oft steht und fällt der Entscheid für den Markenbildungsprozess mit der Messbarkeit. Dabei sind Markenbildung oder Standortmarketing für alle Gemeinden eminent wichtig – auch für kleine!
Die Studie kann diese Bedenken entkräften und liefert wertvolle Einblicke dazu, dass eine Erfolgsmessung einer Marke sehr wohl möglich ist. Allerdings braucht es dazu mehrere ausgewählte Indikatoren und einen längeren Messzeitraum. Folgende Indikatoren sind dazu geeignet:
1 – Tourismuszahlen
Dies umfasst Ankünfte, Übernachtungen und Ausgaben von Touristen. Eine positive Entwicklung dieser Zahlen kann auf eine erfolgreiche Stadtmarke hinweisen.
2 – Kaufkraftbindungsquote
Diese Indikatoren messen die Attraktivität einer Stadt als Einkaufs- und Versorgungszentrum. Eine hohe Quote deutet auf eine starke Stadtmarke hin.
3 – Markenimage
Das Image einer Stadtmarke kann durch Befragungen von Auswärtigen ermittelt werden. Hierbei können Assoziationen und Wahrnehmungen abgefragt werden, um zu erfahren, wie die Stadtmarke wahrgenommen wird.
4 – Zufriedenheit
von Bürgern, Kunden, Unternehmen, Stakeholdern: Die Zufriedenheit der verschiedenen Gruppen in einer Stadt kann durch Befragungen ermittelt werden. Eine hohe Zufriedenheit deutet auf eine erfolgreiche Stadtmarke hin.
5 – Bevölkerungsentwicklung & Gewerbeansiedlungen
Eine positive Entwicklung dieser Indikatoren deutet darauf hin, dass die Stadt als Wohn- und Arbeitsort attraktiv ist. Dies kann ebenfalls auf eine erfolgreiche Stadtmarke hinweisen.
6 – Höhe von Fördermitteln & Sponsoring-Gelder
Die Höhe der Fördermittel und Sponsoring-Gelder, die in die Stadt fliessen, kann auf die Attraktivität der Stadtmarke hinweisen.
7 – Anzahl Bewerber auf ausgeschriebene Stellen
Eine hohe Anzahl von Bewerbern kann darauf hindeuten, dass die Stadt als Arbeitsort attraktiv ist und somit eine erfolgreiche Stadtmarke hat.
8 – Presseberichterstattung
Die Art und Intensität der Berichterstattung in der Presse kann Hinweise darauf geben, wie erfolgreich die Stadtmarke ist.
9 – Social Media
Die Aktivitäten auf Social Media sind ein Indikator für den Erfolg einer Stadtmarke.
10 – Zahl der Innenstadtbesuche einer Person
Die Zahl der Innenstadtbesuche einer Person kann darauf hinweisen, wie attraktiv die Stadt als Einkaufs- und Freizeitort ist.
All diese Faktoren bilden ein Netz, aus dem sich die Resultate des Markenbildungsprozesses herauslesen lassen. Sie zeigen auch: Markenbildung ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Sie wirkt nicht sofort, sondern langsam. Für diesen Dauerlauf holen sich viele Gemeinden externe Partner: Weil ein externer Koordinator mit Erfahrung und etwas Abstand gleich neue Impulse bringen kann und das Projekt auf Kurs hält. Dies bestätigen auch unsere Erfahrungen im Bereich Markenbildung: Wir begleiten Gemeinden und andere öffentliche Institutionen und bringen dabei mehrjährige Erfahrung mit. Gerne erzählen wir Ihnen bei einem Espresso mehr dazu!
Interessiert Sie das Thema Markenbildung bei Städten und Gemeinden?
Lesen Sie auch, welches die häufigsten Vorbehalte sind gegen Markenbildung. Markenbildung ist Changemanagement – und auch für kleine Gemeinden sinnvoll. Weshalb das so ist, lesen Sie im Kommentar von Luzia Mattmann.
WELCHES IST DER WEG IHRER STADT ODER GEMEINDE, EINE STARKE MARKE ZU WERDEN?
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