Leichte Sprache: Lernen vom Kanton Bern
Der Kanton Bern plant, relevante Informationen für die Bürgerinnen und Bürger neu in Leichter Sprache zur Verfügung stellen. Der Bericht des Berner Regierungsrates zeigt, wie Leichte Sprache pragmatisch und effektiv umgesetzt werden kann – und liefert wichtige Erkenntnisse für andere Städte und Gemeinde, die Leichte Sprache einführen möchten.
So kommunizieren, dass es die Menschen verstehen: Das ist das Ziel des Kantons Bern. Der Berner Regierungsrat skizziert in seinem Bericht an den Grossen Rat vom März 2021, wie und in welchen Bereichen er Leichte Sprache einsetzen möchte. Leichte Sprache ist ein Konzept, bei dem Texte sehr stark vereinfacht werden. So sollen sie auch für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, kognitiven Einschränkungen, Lernschwierigkeiten oder geringen Sprachkenntnissen verständlich sein. Dies trifft in der Schweiz auf schätzungsweise 20 Prozent der Menschen zu. Leichte Sprache ist nicht nur ein Thema bei Bund und Kantonen. Auch die Gemeinden sind dazu verpflichtet, Informationen niederschwellig und gut verständlich zur Verfügung zu stellen.
Der Bericht des Kantons Bern liefert wichtige Erkenntnisse, die auch für andere Kantone, Städte und Gemeinden interessant sind:
1 − Gezielter Einsatz
Leichte Sprache macht am meisten Sinn, wenn man sie gezielt einsetzt: Im Kanton Bern sollen in einem ersten Schritt Texte aus besonderes relevanten Themen in Leichte Sprache übersetzt werden. Dazu gehören Themen wie Gesundheit, Teilhabe an der Demokratie und Bildung. Wie einfach ein Text geschrieben sein muss, hängt zudem von der Zielgruppe ab: Texte, die sich vor allem an eine Zielgruppe richten, die Mühe mit komplizierter Sprache hat, sollen übersetzt werden.
2 − Nur ein Element der Barrierefreiheit
Leichte Sprache ist nur eines von vielen Elementen, das man einsetzen kann, um Informationen einem grossen Kreis von Menschen zugänglich zu machen. Eine weitere Möglichkeit sind Erklärvideos oder barrierefreie Internetseiten, auf denen Informationen gut zugänglich und möglichst einfach präsentiert werden. Auch diese beiden Varianten schlägt der Kanton Bern in seinem Bericht vor.
3 − Alternative einfache Sprache
Leichte Sprache ist eine radikale Form der Vereinfachung, die strikten Regeln folgt und vor allem sinnvoll ist als Alternative zu einem komplexeren Text. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, für alle Texte, die sich an die Öffentlichkeit richten, eine einfache Sprache zu benutzen. Zu diesem Schluss kommt der Berner Bericht. Diese ist weniger reglementiert als die Leichte Sprache, bringt Sachverhalte aber doch möglichst einfach auf den Punkt.
Grundsätzlich sollte sich jede öffentliche Verwaltung Gedanken machen über ihre Sprache. Denn Sie ist gesetzlich dazu verpflichtet, barrierefreie Inhalte zur Verfügung zu stellen, die niemanden benachteiligen. Für die Umsetzung eines solchen Sprachkonzeptes lohnt sich der Beizug von Experten, die Erfahrung in diesem Bereich haben und die Teams in der Verwaltung kompetent begleiten und coachen können, sodass die eigene Sach- und externe Facherfahrung zu einem optimalen Resultat führen. Gromann Partner verfügt über langjährige Erfahrung in der Kommunikation mit Behörden und öffentlichen Institutionen und unterstützt Sie gerne.
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